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Ansätze für das Grundlagen- und Sarkoplasmatraining im Kraftsport
24. November 2010

Im Zuge einer vereinfachenden Nomenklatur wurden die unterschiedlichen Erscheinungsformen der Muskelbelastung im Sport schon früh mit den Begriffen der Maximalkraft, Schnellkraft, Reaktivkraft und Kraftausdauer eingeteilt. Folgend den Untersuchungen von Schmidtbleicher (1980) zur Bedeutung der Maximalkraft wurde die Ausprägung der maximalen Kontraktionsfähigkeit als Basiskraft, Schnell- Reaktivkraft und Kraftausdauer als davon abhängige "Komponenten" erkannt, was für unter anderem für die Trainingsplanung und Konzeption von erheblicher Bedeutung für uns ist. Das grundlegende Prinzip der regulierenden Wechselwirkung (hier weiteres dazu) verspricht uns im weiteren Vorteile auch durch das Training von nicht unmittelbar erkennbaren Belastungsformen für unsere Maximalkraft orientierten Disziplinen. - Eine Möglichkeit also, das Potential der Maximalkraft etwa durch das phasenweise Training der Kraftausdauer zu erhöhen.

Kraftausdauertraining im Kraftsport
Gemeinhin wird Kraftausdauer als Widerstandsfähigkeit des Muskels entgegen statischen und dynamischen Krafteinsätzen (bei Lasten höher als 30% der Maximalkraft) verstanden. - Eine Eigenschaft die innerhalb der relativ kurzen Lastkurven während unserer Antritte wie Eingangs beschrieben nicht unmittelbar zutreffend scheint. Für Maximalkraft orientierte Disziplinen kommen mit dem Training der Kraftausdauer aber zahlreiche weitere Wirkungen dieser Trainingsform zum tragen die durchaus erheblichen Einfluss auf die für uns avisierte Leistungsfähigkeit haben. So verbessern die innermuskulären Effekte etwa die Energiebereitstellung, wie auch die Kapillarisierung im Muskel, notwendig um die Nährstoffversorgung auch im hypertrophierten Muskelkorsett sicherzustellen. Darüber hinaus kann durch die gezielte Streuung dieser Kraftausdauerzyklen auch die Durchblutung der gelenknahen Strukturen erhöht, und die im Wettkampf strapazierten Sehnen und Bänder zeitweise entlastet werden. Eine willkommene Gelegenheit also, dem gesamten Körper eine funktionelle wie gewinnbringende Regenerations- und Erholungsphase zu gönnen.

Zu beachten ist in der Trainingsplanung generell, dass durch die hohen Wiederholungszahlen (etwa 20 bis 40 Wiederholungen bei 2 bis 4 Sätzen) eine stark nachlassende Bewegungsgeschwindigkeit eintreten wird, was in der Folge hauptsächlich ein Training der "langsamen", roten, Muskelfasern forciert. Im Verbund mit der bewusst gewählten niedrigen Spannungsanforderung selbst ist also nur bedingt mit einer Verbesserung der Leistungsfähigkeit oder gar Hypertrophie zu rechnen. Entsprechend der Periodisierung sollte demnach mit einer Kraftausdauerphase von etwa 8 Wochen (bei Disziplinen mit höherem Kraftausdaueranteil wie etwa Strongman eventuell auch mehr) die zeitliche Grenze erreicht sein.

Bekannte Ausprägungen und Konzepte des Kraftausdauertrainings im Kraftsport
Mit einer der ersten Trainingskonzepte das den Anforderungen eines ganzheitlichen Trainings gerecht wurde war wohl das Hatfield-System aus der Feder von Dr. Frederick Hatfield (Dr. Squat). Schon früh forderte er im Rahmen einer verbundenen Periodisierung auch das Training im höheren Wiederholungsbereich um wirklich alle möglichen Belastungsarten (schnell, langsam, lange, kurz) abzudecken. Begründet durch sein SAID-Prinzip (Specific Adaption to Imposed Demands) plant er die Kraftausdauereinheiten im Trainingsalltag verschieden nach Übung und Muskel, aber permanent ein.

Im Westside Barbell® finden die Kraftausdauereinheiten ebenfalls ein ständiges Training, werden hier jedoch nicht im Rahmen von üblichen Übungen wie Bankdrücken oder Kniebeugen trainiert, sondern im Zuge einer GPP (General Physical Preparation) durch Assistenz Übungen wie etwa Schlittenziehen, "Bergsprints" und ähnlichen, gesamtfordernden Trainingskomplexen.

Für den Freizeit- wie auch Leistungssportbereich generell wird im weiteren gerne auf die Verwendung von Zirkeln (Zirkeltraining) zurückgegriffen. Der Vorteil liegt hierbei neben der exakten Belastungs- und Zeitnormative auch bei der Belastung von mehreren Muskel(gruppen) in Folge. Gerade für Mannschaftssportarten bewährt sich die Anordnung hier, weil einzelne Teams im Verbund durch das Training gehen können - zeitweilig finden sich sogenannte Kraftausdauerzirkel zwischenzeitlich auch in  den Studios und zugeschnitten auf Hobbysportler wieder.

In der Schwerathletik werden die Kraftausdauerphasen gemeinhin zeitweilig und gezielt im Rahmen der Periodisierung gesetzt. Empfohlen wird hierbei bisweilen entgegen der oben genannten Prägungen die Verwendung von Eingelenksübungen um zum einen die technische Ausbildung der Disziplinen nicht zu verwässern, zum anderen aber auch um die Beanspruchung des kardiovaskulären Elements nicht unnötig zu strapazieren oder durch dieses frühzeitige an Grenzen der Laststeigungen zu gelangen.

In der Übersicht
So different die Durchführung von Kraftausdauerzyklen durch die verschiedenen Disziplinen und Zielgruppen hinweg auch sein mögen - die positiven Aspekte werden allgemein als förderlich und zielführend im langfristigen Trainingsprozess angesehen. Grund genug also auch im eigenen Plan einen entsprechenden Rahmen für diese Phase des Grundlagentrainings zu finden. Das Schemata in Kürze:

Grundlagentraining -  Kraftausdauertraining - Sarkoplasmatraining
 
Lastbereich mit mehr als 30 % (bisweilen werden auch 40% genannt) der maximalen Leistungsfähigkeit in der entsprechenden Übung mit 20 bis 40 Wiederholungen in 2 bis 4 Arbeitssätzen. Abhängig vom jeweiligen Trainingsalter und natürlich der disziplinären Beanspruchung kann dies mitunter stark variieren. - Gleiches gilt für die Pausengestaltung...
 
Ein exemplarischer Trainingsplan?
 
Leider haben wir den an dieser Stelle nicht zur Hand, und der Grund liegt schlichtweg darin dass alles passen kann - oder auch nicht. Abhängig von der jeweiligen Trainingssituation, dem Leistungsstand und den persönlichen Ansprüchen ist mehr als eine generelle Anleitung an dieser Stelle einfach nicht möglich. Als Ausgangspunkt für weitere Recherchen im Netz, Rücksprache mit dem Trainer oder schlichtweg als Anreiz für eine neue Komponente im eigenen Trainingsplan sollte das aber allemal hinreichend sein. Auf gehts!


Beispiel aus dem Leistungssport: Top-Athlet Werner Günthör

Ein früherer Weltklasse-Sportler aus der Schweiz: Europameister, dreifacher Weltmeister und Bronzemedaillengewinner von Seoul mit einem phänomenalen Einblick in seine Vorbereitung... Weitere Informationen direkt auf seiner WebSite: www.werner-guenthoer.ch

Hier die Direktlinks: Teil I | Teil II | Teil III | Teil IV

 

 

 

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