Training

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In den Fängen eines Kraken: Alexander Karelin

Wir nutzen die Zeit zwischen FIBO und Eisenhart-Challenge (03.05.2014) um mal wieder einen Blick über den Tellerrand zu wagen. Zugegeben: Nicht sehr weit, denn das Ringen ist für uns ohnehin eine sehr spannende und weitestgehend affine Sportdisziplin der wir uns gerne auch in Erweiterung des Kraftsports zuwenden. Und nicht nur wir. Der frühere Profi-Boxer Ross Enamait (rosstraining.com) hat hier ebenfalls immer wieder mal einen Augenmerk darauf und war letztlich auch für diesen Beitrag hier verantwortlich. – Wie wir hat auch Ross so seine Probleme mit Erfindungen wie dem “Functional Training”; Alter Wein in neuen Schläuchen…

So verweist er in seinem jüngsten Beitrag eben auf das Training der sowjetischen Ringer in den 80ern und damit zwangsweise auf einen Athleten, dessen Reputation weit in die heutige Zeit hineinreicht: Alexander Alexandrowitsch Karelin. Ein Berg von einem Mann – 1,90 Meter groß, 130 Kilogramm schwer und ohne Fettansatz. – Er würde auch als Powerlifter eine mehr als respektable Figur abgeben. Das Problem seiner Gegner: Einmal in seinen Fängen gab es kein Entkommen aus dem Griff.

Es war fürchterlich. Es war, als wenn du versuchst, ein Pferd von der Stelle zu bekommen. Er hat mich dreimal ausgehebelt und durch die Luft geschleudert. Ich hatte Angst. (Rulon Gardner, Ringer USA)

Karelin war im Gegensatz zu seinen Mitstreitern um die Ehren des Ringens im Superschwergewicht vollständig austrainiert. – Da wabbelte nichts. Und Dank seiner immensen, schier übermenschlichen Kraft konnte er Dinge tun die anderen verwehrt blieben, etwa auch im Superschwergewicht “den verkehrten Ausheber aus dem Stand” durchziehen. Eine Technik die im Wesentlichen den leichten Gewichtsklassen vorbehalten bleibt verhalf dem Ausnahmeathleten letztendlich zu 3 olympischen Goldmedaillen und 9 Weltmeister-Titeln. Eine Karriere, eine Ära, die 13 Jahre andauerte…

Das Wort „Der schönste Sieg, sei der Sieg über sich selbst“ ist mißverständlich, denn es beschreibt nicht den Vorgang, sondern immer nur den Zustand danach. Der Vorgang ist Qual. (Alexander Karelin)

Ein wunderbares Psychogramm ist auf den Archiv-Seiten der Zeit-Online (aus dem Jahr 1993) zu finden. Hochinteressant zu lesen: Nicht nur für Schwerathleten. Es handelt von der geistigen Einstellung, der inneren Haltung – kurzum von allem Essentiellen das einen Athleten zum Champion macht. Versäumt diese Seiten nicht…

Für einen ersten Einblick in die Welt dieses menschlichen Kraken soll der nachfolgende Video dienen. Schon dort wird der ursprüngliche Querverweis des funktionalen Trainings ersichtlich. Zwei tolle Video-Clips sind zudem über das Training von Alexander Karelin über diesen und diesen Link hier verfügbar. Wer auf Youtube oder Google nach ihm sucht wird auf einen wahren Fundus an Informationen stoßen.

Gefragt nach den Charakter seines Schützling antwortete sein Trainer dereinst: Anständig, Gutmütig, Zielbewusst” – Eine US-Zeitung schrieb einmal, „Karelins Gegner dächten weniger daran, wie sie ihn bezwingen könnten, als vielmehr daran, wie sie ihm mit heiler Haut entkämen: Alexander Karelin ( FILA International Wrestling Hall of Fame)

Gestatten: Sein Name ist Hulk, James Hulk

Wie, hatte nicht der legendäre James Bond diesen Spruch auf den Lippen und öffnete damit die Herzen der Frauen? Ja und Nein! Zum einen stellte sich James Bond gemeinhin selbst vor, zum anderen heißt der eben Bond und nicht Hulk. Der grüne Hulk der uns allen in den Kopfen schwebt stellt sich im übrigen nicht mit Worten vor, zumindest haben wir das noch in keinem Spielfilm so gesehen Icon Smile in

Es handelt sich also um einen anderen Hulk. – Durchaus kräftig und auch ganz sicherlich mit einer muskulösen Erscheinung. – Ein Nickname halt. Und der wird in nachfolgendem Video von niemand geringerem als CT Fletcher angekündigt. Und das ist so grandios abwegig, so schräg, so schrill, so laut dass es schon wieder Spass macht zuzusehen. Die Leistung im Anschluss: Durchaus grandios, auch wenn man ehrlicherweise von solch einem Muskel-Boliden mehr als 180 in der Bank erwarten würde. Naja, da sind wir wieder beim amerikanischen Marketing…

Wie auch immer; Der Clip macht Spass und Lust auf mehr und das liegt an eben jener brachialen Aufmachung die uns die Amerikaner wohl schon immer voraus haben. Wer mal einen Vergleich möchte. Der grandiose Walter Kurda schockt im Moment mal wieder mit einer ganzen Reihe von Trainingsvideos: 94 x 140 / 54 x 160 / 20 x 180 Bankdrücken. Eine schier unglaubliche Leistung selbst wenn dieser Athlet aus unseren Landen 25 und nicht 60 Jahre alt wäre. Es interessiert aber leider nur ganz wenige. Wer sich mal auf die Suche in seinem YouTube-Channel macht wird auf weitere brachiale Leistungen stoßen…

Und damit zurück zum Marketing Icon Smile in Wir haben die beiden Videos folgend mal aufgeführt. – Zum Quervergleich. Walter ist eben kein Mann der großen Worte – Bei ihm zählen die Taten. Das Marketing verschiebt deshalb auch hier einmal mehr die Grenzen: Was der eine an Reputation zu viel hat, das hat der andere eindeutig zu wenig.

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Unsere Nominierung für heute: „Functional Training“ – funktionelles Training

Man kann ja grundsätzlich zu allem eine differierende Meinung haben: Politik, Umwelt, Wirtschaft – und natürlich auch zum Internet. Eine der “lustigen” Seiten daraus – Der Darwin-Award. Nominiert wird man dort durch eine besonders aussergewöhnliche oder dumme Art in der man sich selbst aus dem Leben katapultiert hat. – Die Verleihung ist also postum Icon Smile in Und würde sich der Darwin-Award nicht nur um den Tod sondern das Unwissen an sich richten – Wir hätten da auch die eine oder andere Benennung. Heute etwa die gemeine (Um)Deutung des Begriffs „Functional Training“ – funktionelles Training.

Der Trend kommt – wie zu vermuten – aus den USA und gründet sich dort wohl mehrheitlich auf die Autoren Gray und Cook. Eigentlich war das dort auch mit einem hochinteressanten Ansatz verbunden: Es sollten alltagsnahe und dadurch komplexe Bewegungsabläufe trainiert und stabilisiert werden.

Nun ist zwar in Zeiten des Internet eine ungemeine Fülle an Informationen zu nahezu jedwedem Thema vorhanden – auch das funktionelle Training – nur beschränkt sich das lesen dieser Inhalte wohl aufgrund der Fülle an Quellen scheints vornehmlich auf die Überschriften. – So passiert auch in diesem Fall. Aus dem unterstützenden, funktionellen Training wird dann flugs eine eigene Sportart die sich natürlich auch eigens vermarkten lässt. – Und natürlich ist diese allen anderen Disziplinen überlegen! Icon Smile in

Nun ist es nicht eben schwer selbst Leistungssportler mal eben an ihre Grenzen zu bringen. Man muss diese lediglich zu etwas zwingen dass so rein gar nichts mit deren Sportart zu tun hat. Mit einem Schwimmer könnte man etwa zum Speedklettern gehen, mit einem Gewichtheber zum Marathon oder mit einem Radfahrer zum Bankdrücken. Aber ist dann der Beweis erbracht dass die Alternative funktioneller ist? Für einen Powerlifter ist es funktionell wenn er schwer beugen, heben und drücken kann. – Das ist für eben diesen Athleten anforderungsorientiert. Und wer immer auch auf die Idee kam das “functional training” so zu benennen: Es ging ihm darum die Qualität von Bewegungsabläufen zu optimieren und die Leistungsfähigkeit in den Basisfähigkeiten zu erhöhen. – Aber genau nicht um eine eigene Sportart. Kurzum: Ein Sportschütze ist vermutlich kein Zehnkämpfer, daraus aber zu schließen dass er nicht funktionell trainiert gehört nominiert. Icon Smile in

Wie kommen wir überhaupt darauf? Durch einen wirklich tollen Video-Clip der leider gänzlich falsch interpretiert wurde. Ein Turner leitet einen Bodybuilder beim Training in den Ringen an. Beides offensichtlich herausragende Athleten und auch der Lehrweg ist durchaus interessant zudem sich auch die eine oder andere Methode für das eigene Schlingentraining finden lässt. Aber: Der Turner trainiert natürlich keineswegs “funktioneller” als der Bodybuilder – Ansonsten könnte sich der Turner ja jederzeit neben dem Bodybuilder auf die Bühne stellen (oder einfach mal seine Beine zeigen).

Damit genug geärgert. – Der Video indessen ist wirklich toll!

Wiki und die starken Männer

Ein Tippfehler gleich noch in der Überschrift? Achwo – Natürlich streuen wir bewusst den einen oder anderen Fehler in unseren Beiträgen um all unsere Lehrer und Professoren innerhalb unserer Leserschaft eine Denksportaufgabe zu stellen Icon Smile in aber in diesem Fall ist das absolut korrekt! “Wickie und die starken Männer” findet Ihr also hier, Wiki und den starken Mann hier Icon Smile in

Zeit is worn möchte man ausrufen nachdem der englischsprachige Wikipedia-Eintrag über Strongman Martin Wildauer schon seit Jahren online ist. – Nun gibt es das Ganze auch in deutscher Sprache und nicht nur als Übersetzung, sondern eigens aufbereitet und mit sehr viel Hintergrundinformationen bestückt.

Zwischenzeitlich sind die Mitstreiter der Eisenhart-Challenge 2014 gar auf Wiki referenziert? Sauber sagen wir, das kann ja heiter werden. Heiter vor allem wohl deshalb weil Martin, Da Wuidara, Wildauer zwar etwas verspätet in diese Saison eingetreten ist, zwischenzeitlich aber offenbar schon wieder “gut im Futter” steht. Gut oder sehr gut? Gut – Zu seiner Spitzenform fehlt verständlicherweise noch etwas, aber er hat ja auch noch Zeit bis zu seinem ersten WK, der FIBO-Power.

Die FIBO-Power, heuer leider ohne uns, ist ein durchaus geeigneter Vorbereitungs-Wettkampf für die Eisenharte Challenge Anfang Mai – soviel sei gesagt – und deshalb haben wir hier auch noch einen brandfrischen Video-Clip vom Wuidara beim Kreuzheben mit 2 x 380! Wiki und die starken Männer…

Andersherum wird ein Schuh daraus…

Als Redensart kennt unsere Überschrift wohl ein jeder. Sie entstammt vermutlich der früheren Herstellung von Schuhen im Handwerk in dem die Nähte innen versteckt vernäht wurden und der Schuh deshalb zumeist umgekehrt – nach innen gedreht – in der Werkstätte zu sehen war. Die Mahung des Meisters galt womöglich dem Lehrling den Schuh vor Verkauf umzudrehen…

Soweit die Redensart. Das die Suche nach Alternativen gerade im Sport mit all seinen Verletzungen, Plateaus und sonstigen Hindernissen durchaus als traditionell zu bezeichnen ist: Auch nichts eben Neues. Und doch, hin und wieder möchte man es kaum glauben dass ein und die selbe Übung mal in diese, mal in die andere Richtung hinein durchaus gewaltige Änderungen mit sich bringen kann. Populärstes Beispiel wäre vielleicht der Crunch und der Reverse Crunche für die Bauchmuskeln. Wer das anzweifelt ist herzlich eingeladen heute 500 in die eine – nach dem Muskelkater dann 500 in die andere Richtung zu machen.

Nun gibt es durchaus Fälle, eben bei Verletzungen, da ist es nicht nur die Frage einer mehr oder weniger intensiven Ausführung. – Es geht darum Schmerzen zu umgehen, zu lindern, auszuschalten. Schon früh kamen die Bodybuilder – wir erinnern uns noch an einen großen Leitartikel der Sportrevue Anfang der 80er in dem der 3-fache Mr. Olympia Frank Zane über das Training mit Schulterbeschwerden schrieb. Sein Tipp damals: Drum herum trainieren.

Ähnlich erging es Altmeister Louie Simmons von Westside Barbell® - Er hatte arge Probleme mit dem Rücken (wie so viele) und konnte für Monate keinen Weg der Besserung erreichen. Bis – Ja bis er darauf kam den Spieß umzudrehen (nein, kein Bundeswehrwitz :-). An Stelle von Hyperextensionen und herkömmlichen Routinen für den Muskelaufbau dreht er eben jene Bewegung der Hyperextensions um, bewegte fortan nicht mehr den Oberkörper bei fixierten Beinen sondern den Unterkörper bei fixiertem Torso.

Die Wirkung? Phänomenal! Ganz in amerikanischem Stil wurde flugs ein Patent eingereicht – Was für den einen gut ist kann für den anderen nicht schlecht sein. Zwischenzeitlich ist das Ganze relativ gut erforscht, man weiß mehr über die Hintergründe und Mechanismen die zu einer Besserung der Rückenbeschwerden führen. Wer das Ganze nachlesen möchte ist herzlich eingeladen den neuesten Artikel auf Westside Barbell®  sein Gehör zu schenken. Allen anderen genügt eventuell der nachfolgende Video zum Thema.

Eine Übung, nicht nur angebracht wenn es bereits kracht… Reverse Hypers

 

 

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