Training

1 2 3 32

“Leicht ist schwer was” – Lehren und Lernen

Es heißt: “Der Erfolg hat viele Väter – Der Mißerfolg ist ein Waisenkind.” (Richard Cobden (1804 – 1865)). Heute deshalb ein Thema etwas außerhalb des üblichen. – Keine Bestleistungen, keine Rekorde, no Ranks, no Titles…

Es geht um das Lehren und Lernen, und im weitesten Sinne um das “Helfen” im Training. Denn ob es lediglich um das Sekundieren und die Unterstützung bei Maximalkraft-Versuchen geht, oder um ernsthafte Fragen über das “Wie” im Training. Falsch ist da schnell was gemacht. Und das hat weniger mit dem eigenenen Können zu tun, als mit dem Wissen wie man dem anderen helfen kann.

Ab einem gewissen Niveau wird es ohnehin offensichtlich: Kaum ein Trainer eines Kaderathleten wird diesem auch nur mehr annähernd das Wasser reichen können – Und gleichwohl ist der Sportler auf die Hilfe des Trainers angewiesen. Kurzum: Der eigene Leistungsstand sagt im Grunde wenig über die Fähigkeiten eines Trainers (oder Hilfegebenden) aus – Wir erinnern uns in diesem Zusammenhang dunkel an Rocky und seinen Trainer Mickey…

Was aber macht eine gute Hilfestellung, einen sinnvollen Tipp, einen funktionellen Rat dann aber aus? Wir haben zu diesem Thema eine kleine Abhandlung geschrieben. – Kein Ratgeber für Trainer, aber dennoch durchaus geeignet sich mal etwas in die Materie, die Hürden und Möglichkeiten hineinzulesen. Für weitere Informationen empfiehlt sich dann immer mal ein spezieller Lehrgang, der sich sehr viel eingehender damit auseinander setzen kann. (Querverweis zum Artikel)

Nicht jeder, der einen Löffel hat ist auch ein Koch – Und ähnlich ist das mit den Trainern. Wer das Ganze aber richtig anstellt, die richtigen Ursachen erkennt, die richtigen Schlüsse daraus zieht – dem winkt eine Zufriedenheit der gänzlich anderen Art. Es gibt Kraft, anderen zu helfen…

 

 

 

“Ass to the Grass” – Alda!

Gerade gestern erst haben wir einen Artikel über das schinden von Eindruck in langwierigen Verhandlungen am runden Tisch gelesen. – 10 Punkte – natürlich, das wird auch jedem Artikelschreiber geraten, waren das. Mit darunter: So wertvolle Tipps wie den Gegenüber zu bitten nochmals einen Schritt im Gedankengang zurückzugehen. Icon Smile in

Nun mag man damit womöglich durchaus interessiert und an den Basics orientiert wirken – Aber ob das wirklich der Sache gut tut? Wie auch immer: Auch in Kraftsportkreisen gibt es derlei Pauschal-Aussagen die dem Gegenüber binnen Sekunden die Rang- und Hackordnung klar macht. Icon Smile in Beispiel gefällig? Im Rahmen jeder Diskussion bringt man das Gegenüber mit Verweisen auf Studien aus dem Konzept. Zum einen findet man diese ohnehin mannigfaltig im Netz, zum anderen können die wenigsten so gut Englisch als dass diese auch wirklich verstanden würden und zuletzt liest die überwiegende Mehrheit ohnehin nur die Zusammenfassung in drei Zeilen.

Und weiter gehts: Wer gegen Studien argumentieren will, der wird gerne auf seine Erfahrung im Kraftsport verweisen. “Ich trainiere schon seit fünf Jahren” etwa. – Die Retourkutsche liefern wir sofort: “Da  wäre aber mehr drin gewesen”. System verstanden? Natürlich – Und deshalb gleich noch ein Tipp Icon Smile in Ist jemand am beugen, dann dringend auf die mangelnde Tiefe verweisen. – Denn die passt fast nie. Ein saloppes “Ass to the Grass”, vielleicht noch mit einem “Alda” ergänzt wirkt hier Wunder…

Doch genug der listigen Kriegsführung. – Im nachfolgenden Video können wir einige zugegeben wirklich pfiffige Ansätze für das erreichen der notwendigen (oder absoluten) Beugetiefe sehen. Nichts spektakuläres, nichts aufwändiges – aber einfach treffend. Was man(n) dazu braucht: Ein klein wenig Zeit und Muse, und: Ein geringes Schmerzempfinden Icon Smile in

Unser Tipp für das Wochenende

 

 

Faszien und Memoryeffekt

Faszien? Zum ersten Mal kamen wir dem Thema vor einigen Jahren mit dem DoggCrapp-Training etwas näher. DoggCrapp (Hundekacke) war (oder ist) der Nickname von Dante Trudel, einem durchaus renommierten Trainer im Hardcore-Bereich des Bodybuilding. Sein Konzept: Wahrhaft genial und es ist kaum zu verstehen, weshalb dieses Training nicht weitaus größeren Einfluss im zeitlichen Verlauf genommen hat…

Doch zurück zu den faszinierenden Faszien, den Bindegewebskomponenten die den gesamten Körper als umhüllendes und durchdringendes Spannungsnetz durchziehen. Wir können uns die Dinger ähnlich einem Fahradschlauch vorstellen der das innere eben eine Form gibt und zusammenhält. Dante hatte schon früh die Frage nach der Ursache des Memory-Effekts gestellt; Eben jenes Axiom (da haben wir es schon wieder), dass ein Muskel der mal groß war auch schnell wieder auf diese Größe anwächst. Habt Ihr schon mal ein Bein nach dem abmachen vom Gips bei einem Bruch oder ähnlichem gesehen? Kaum vorstellbar, dass dieses dünne etwas irgendwann mal wieder einen 100+ Kilo Körper tragen wird. – Und doch – Das Bein nimmt in Kürze wieder seine alte Muskelfülle an – das ist Millionenfach bewiesen…

Nun gibt es den Memory-Effekt natürlich auch bei den Kraftsportlern, etwa nach einer längeren Winterpause oder bei Verletzungen. – Dante bezog sich auf eine oder mehrere Studien, die den Memory-Effekt auf die Faszien zurückführten. Waren diese einmal auf eine gewisse Größe angewachsen, so würde das dem inneren Muskelfasern immer wieder die Größe vorgeben. Das Wachstum wäre demnach stark abhängig von diesem kollagenartigen Bindegewebe und der Muskelzuwachs entsprechend hierüber zu forcieren. – Soweit, Sogut. Im DoggCrapp wurden eigens hierfür die extremen Dehnungsphasen im Anschluss an einen Trainings-Satz propagiert. Der Muskel selbst ist dann extrem aufgepumpt und voll mit Blut gefüllt, weshalb der Gedanke war, durch ein gezieltes Dehnen in diesem Zustand Einfluss auf eben jene Faszien und deren Volumen zu erhalten.

Das Ganze war und ist schmerzhaft, sehr schmerzhaft – und das gilt auch für das Faszientraining zugunsten der Mobilität. Denn: Die Teile können verkleben, verkümmern und was auch sonst noch. In jedem Falle hilft ein entsprechendes Training – auch das ist ein Axiom – sehr gut dabei, die eigene Flexibilität zu bewahren und zu verbessern. Wie das ganze aussehen kann zeigt uns der nachfolgende Video sehr gut. Und – Im Beispiel werden jede Menge an Möglichkeiten hierfür aufgezeigt.

Wer von seinen Faszien im Anschluss noch immer mehr wissen will: Google findet jede Menge Abhandlungen zu DoggCrap – der Hardcorevariante – und dem Faszientraining nebst der ominösen Rolle (eine Kugel gibts auch noch Icon Smile in ) die ebenfalls im Video auftaucht.

Viel Spass! Icon Smile in

 

Bodybuilding meets Strongman – Teil MCMLXXXIV

Nicht zum ersten Mal, dass wir einen derartigen Videovergleich an dieser Stelle präsentieren. – Doch dieser Clip trägt eine entscheidende Nachricht in sich…

Zugegeben – Interessant sind diese Vergleiche natürlich immer. – Zum anschauen und nachmachen gleichermaßen. Neu sind diese A meets B indessen wahrlich nicht mehr, und im Grunde tragen die Videos auch keinerlei tiefergehende Erkenntnis mit sich. Klar ist: Lernen kann man von jeder Disziplin, von jedem ernsthaften Athleten – und ob sich ein Sportler hier oder da nicht ganz so ausgereift präsentiert hängt ganz entscheidend davon ab wo das passiert. Icon Smile in

Und auch das ist nicht neu. – Ein hochgelehrter Professor kann unter Umständen eine ganz schlechte Figur in einem vollbesetzten Bierzelt abgeben; Es ist einfach nicht sein Metier. Ganz ähnlich ist das, wenn wir einen Balett-Tänzer mit ins Bodybuilding-Studio zum Vergleich schleifen, oder einen Triathleten zum Skifahren, oder Fußballer zum Strongmancontest. – Es beweist eigentlich nur, was ein Athlet an allgemeinen Grundlagen sein eigen nennt, wie schnell er sich auf Neues einstellen kann und welches Bewegungsrepertoire in ihm steckt.

Das Ganze lässt sich unter dem Stichwort “allgemeine körperliche Ausbildung” zusammenfassen, Neudeutsch auch “GPP – General Physical Preparedness” genannt. – Und just hierüber haben wir bereits einen ellenlangen Artikel veröffentlicht. Immerhin: Der Trend (hihihi – da haben wir ihn wieder) geht im Spitzensport (und hoffentlich auch in der Breite) ganz stark in Richtung umfassendes Grundlagentraining, und wenn wir einzelne Athleten der Top 10 in jeder Sportart beobachten würden, es gäbe ein einstimmiges Bild zugunsten einer breiten und umfassenden sportlichen Ausbildung. – Die eigene Disziplin ist dann ein Schwerpunkt aber keine Inselbegabung mehr.

Soweit zum Hintergrund. – Der nachfolgende Video ist deshalb so beeindruckend, weil der Athlet – auch wenn er bisweilen arge Schwierigkeiten hinsichtlich der Strongman-Eigenschaften offenbart, letztendlich eine tiefgreifende Einsicht bekommt. – Und er sagt das zum Schluß auch ganz offen!

Ein grandioser Video mit einer hehren Botschaft auch für uns. – Die Frage bleibt: Nehmen auch wir selbst unser eigenes Training nochmals unter die Lupe? Euch allen ein schönes Wochenende!

 

 

Axiom und Studie – So oder so

Wer es am wöchentlichen Stammtisch nicht unterlassen kann sich über das Training zu unterhalten, der sollte es tunlichst vermeiden das mit Trendsettern und Trend-Followern zu tun. Euer Sitznachbar ist jetzt endlich Mitglied in einem Krass-Fit Club? Vorsicht ist angesagt – Es kann durchaus vorkommen dass jegliche Argumentation mit ihm erschlagen wird Icon Smile in

Der Grund: Jeglicher neue Hype will marketingtechnisch gut begründet sein, ansonsten zieht keiner mit. Was läge also näher, einen neuen Vertriebszweig mit einer Studie und bestenfalls ein paar gekauften Athleten zu stützen…. Mag man die Beweggründe der Sponsor-Sportler noch verstehen, ist spätestens bei den Studien halt. Wer hiergegen Einwände anführt, der hat im Grunde schon verloren.

Denn will man der autoritätsgläubigen Fraktion den eng begrenzten Aussagegehalt derlei zumeist ebenfalls wirtschaftlich gestützten Studien verdeutlichen stößt man an die Grenzen. Dass zuzugeben würde ja bedeuten dass man sich eventuell falsch entschieden hat. – Deutlich einfacher wäre es für jeden zielstrebigen Athleten, sich mit erfahrenen Sportlern auszutauschen. Die können ihren Erfolg dann vielleicht nicht zwingend mit einer Studie untermauern, haben dafür aber hieb- und stichfeste Anhaltspunkte in Form von Titeln und Rängen. Derlei Aussagen bezeichnet man gemeinhin als Axiom, eine aus der Erfahrung heraus als richtig anzunehmende Wahrheit.

Nun gibt es derlei Diskussionsstoff im Sport zur Genüge. – Beispielsweise das Vorurteil man würde Zeit, Kraft und Volumen durch ein Kraftausdauertraining verlieren; Lieber verharren die Schützlinge jahrelang bei strikten 10 Wiederholungen als im Training ab und an mal eine Phase der Ausdauer oder Maximalkraft einzustreuen. Das wiederrum hat zahlreiche, nicht zwingend förderliche, Nachteile – Plateubildung, Deckel-Effekt und noch so einiges mehr.

Wollten wir den Vorteil einer Periodisierung auch im “Breiten” Sport argumentieren, wir könnten auch auf Studien verweisen. Oder einfach sagen: Das machen wir immer so Icon Smile in Nun sind Axiome offenbar nicht wirklich eingängig und tatsächlich wenig geeignet einem Gesprächs”Gegner” zu überzeugen, deshalb nachfolgend ein Repetitorium zu solch einer Studie von höchster Stelle.

Die endgültige Aussage über Sinn oder Unsinn von Kraftausdauertrainingsphasen hinsichtlich Volumen und Kraft bleibt hierbei natürlich wage. – Vergleichbar mit Aussagen von Rechtsanwälten: Das kann man so oder so sehen Icon Smile in Verbleibt also wiederrum nur das Axiom: Es lohnt sich – Und wers nicht glauben will, der muss es halt selbst probieren…

 

 

1 2 3 32