Ein lebender Kran: Hans Zerhoch
Dienstag, den 31. Januar 2012“Ich bin ein kybernetischer Organismus – lebendes Gewebe über einem metallischen Endoskelett.”” (Terminator 2). Eigentlich wäre dieses Zitat wahrhaft passend für unseren bayerischen Boliden, immerhin gab es wenige die ihm seiner aktiven Zeit das Wasser hätten reichen können. Aber Hans ist durchwegs freundlich, kameradschaftlich, lieber etwas am Rande als im Mittelpunkt von Gesprächen und das spricht dem Terminator ja dann doch entgegen. In jedem Fall kann man ihn als kräftig bezeichnen, sehr kräftig, sogar: Hans Zerhoch
Bei unserem letzten Treffen vor wenigen Wochen war es wieder soweit: Die Hand unseres “Dürrlochadn Harings” griff in die Hand von Hans – anders wäre die Situation wohl nicht darzustellen. Hände so umfassend wie Suppenteller und der stete Wunsch er möge diesen menschlichen Schraubstock nicht schließen. Er hatte Mitleid mit unserem leichtgewichtigen Bummerl und so entstand eine längst überfällige Hommage über diesen Ausnahmeathleten der 2009 leider seinen Rücktritt von der Wettkampfbühne verkündete. Seine Leistungen? Legendär in jeder Hinsicht – 3-facher Weltmeister (IPF) im KDK und das im Alter von über 40 Jahren; das gab”s bis heute nie mehr. Schon im zweiten Kraftdreikampf durchbrach er die 800 Kilo-Marke, war der erste Deutsche Athlet der die 1000 Kilo vollbrachte und letztlich gar einen Rekord (DE) in der Kniebeuge aufstellte der seine eigene Karriere weit übertraf. Über 20 Jahre (man bedenke die Entwicklung des Equipment in dieser Zeitspanne) hielten die 420 Kilogramm ehe es Andy Dörner vergönnt war weitere 2,5 Kilogramm aufzusatteln. Doch daneben war Hans immer für einen Antritt in den typisch bayrischen Disziplinen des Fingerhakelns und vor allem Steinheben gut. 15-mal wurde er hier Internationaler Deutscher Meister, 19-mal Deutscher Meister, 18-mal bayerischer Meister – noch Fragen?
Seine Bestleistung am Stein: Gewaltige 82 Zentimeter bei einer Last von 350 Kilogramm – das konnte ebenfalls erst vor kurzem überboten werden. Bestand werden hingegen sicherlich seine Show-Acts auf der Bühne haben: Wo andere am 5 Zentner Stein verzweifelten trat “der Kran” mit zwei Fingern an und brachte den Meter, selbst mit einem Finger hob er noch satte 13 Zentimeter. Anekdoten und Legenden die für ein Buch reichen würden; Den legendären Stein im Löwenbräukeller (254Kg) hievte er kurzentschlossen aus der Verankerung, so dass 3 Mann notwendig waren diesen wieder in die Ausgangslage zu bringen. – Das Resultat: Künftig wurde ein Anschlag bei einem Meter angebracht .-)
Hach – was gäb”s nicht alles zu erzählen. Vom Steinheben mit der Festzelt-Bedienung auf dem Rücken, von einem gewonnen Wettkampf am Vormittag – und dem gewonnenen Wettkampf am Nachmittag. Ein Buch muss her! Wer die größten Erfolge nochmals Weiß auf Blau lesen möchte sei auf den kurzen Artikel hier verwiesen. – Allen anderen haben wir hier noch einen Antritt aus dem Jahre 1994 zur Hand (Herzlichen Dank dafür an Jewgenij Kondraschow)