Die Diskussionen über Beugetiefen sind wohl so alt wie das Powerlifting selbst. Rechter Winkel, Knie oberhalb der Hüfte, Waagerecht – nach Knochen oder Oberschenkel – Man könnte hier wohl noch beliebig fortführen. Fakt ist wohl: “Ass to the Gras” kommen wohl ohnehin nur die wenigsten von uns, uns das hat weniger mit Kraft als vielmehr mit Beweglichkeit zu tun…
Ob man jetzt seine höchsteigene Beugetiefe als fundamental korrekt proklamieren möchte wie das unser Gwamperter Gust gerne des öfteren macht sei mal dahingestellt. Ein Beobachter aus dem Raum Bayern würde dazu schlichtweg sagen: “Der is Gstarrig”. Physiotherapeuten sprechen in diesem Zusammenhang lieber von einer Verkürzung oder einer ganzen Anreihung von Verkürzungen – ungelenkig wäre wohl auch passend.
Dass sich solch ein Problem nicht von alleine einstellt mag klar sein: Sitzende Tätigkeit, mangelnd allgemeine Bewegung, eintöniges Training, Pseudo-Gymnastik und Dehneinheiten – und ebenso wenig geht diese Verkürzung dann letztlich auch wieder weg. Unser Gwamperter Gust hat hierüber ein Lied zu singen. Umso interessanter: Die Diesel-Crew hat vor wenigen Tagen wieder mal ein sehenswertes Video ins Netz gestellt in dem es tatsächlich genau um diese Problemstellung der Hüfte geht. Mobilisierung, Dehnung, Aktivierung – Egal – Die Übungen scheinen jedenfalls durchaus geeignet um sich ernsthaft auf eine schwere Beugeeinheit vorzubereiten. – Und wer die Übungen in solch einer Qualität wie gezeigt auszuführen vermag wird auch keine Diskussion über die Beugetiefe nötig haben.
Deshalb: Unbedingt mal reingeschaut und mitgemacht!
Irgendjemand hatte vor Jahren den Begriff der “Schwerkraftgegner” ins Leben gerufen. Gemeint waren damit zunächst wohl alle, auch wenn im Schwerpunkt die heftigen Kraftleistungen jenseits von Gut und Böse gemeint waren. Und natürlich bleibt keine Bewegung ohne Gegenbewegung – so ist das halt mal. Jetzt scheint sich also die Gegenbewegung zu formieren und die hat bereits enorme Wellen geschlagen…
Zunächst kam eine Meldung an das Tageslicht die besagte, dass das Frauen-Bodybuilding nicht weiter als Bestandteil der Arnolds – einem der renommiertesten und größten Events der Szene – sein würde. Hier zum Nachlesen
The Arnold Classic 212 will replace the Ms. International women’s bodybuilding competition at the Arnold Sports Festival. The Ms. International was part of the Arnold Sports Festival for 25 years, with Iris Kyle winning her record seventh title in 2013.
“The Arnold Sports Festival was proud to support women’s bodybuilding through the Ms. International for the past quarter century,” Lorimer said. “But in keeping with demands of our fans, the time has come to introduce the Arnold Classic 212 beginning in 2014. We are excited to create a professional competitive platform for some of the IFBB Pro League’s most popular competitors.”
Und just eine weitere Nachricht zum Thema “Hart und Heftig”. Offenbar wird es künftig nur mehr einem Verband überlassen bleiben die Facetten des Powerlifting in die Welt zu tragen; Jedenfalls im Rahmen der hochangesehenen Arnolds. Auch hier der Link zum Nachlesen..
Für alle jene die sich also mal gerne pures Fleisch auf den Bühnen angesehen haben oder vernarrt in brachiale Powerlifting-Events seitens der vielen Internationalen Organisationen waren werden nunmehr offenbar harte Zeiten anbrechen. – Mit Verlust dieser Bühne (So dass denn auch wirklich umgesetzt wird) wird es wohl zunehmend schwerer für Athleten wie Verantwortliche werden geneigte Sponsoren zu gewinnen oder schlichtweg ihrem Sport nach eigener Version nach zu gehen. Uns selbst erinnert das an eine Entwicklung die wir hier in Deutschland auch schon mal wahrnehmen mussten. – Damals ging es um eine Messeveranstaltung die sich auch für einige Zeit von den schweren Jungs und Mädels losgesagt hatten und heute mehr denn je wieder froh um diesen Publikumsmagneten sind. Durchschnitt sieht man letztlich an jedem Badesee. Bleibt also zu hoffen dass auch hier nicht alles so heiß gegessen wird wie es mal gekocht wurde. – Das wäre ein herber Schlag mit weit reichenden Folgen.
Wir bleiben zunächst der Bewegung der “Schwerkraftgegner” treu und haben hier gleich mal einen Tipp aus diesem Bereich für all jene die ihren Hausstand demnächst umziehen müssen. Gesehen beim Finnischen Strongest Man Wettbewerb am vergangenen Wochenende: Ein 45 Tonnen Haus wird da mal eben weggezogen – Sieht man auch nicht alle Tage
Heute lassen wir es mal so richtig klingeln – Ring the bell – und zwar mit einem häufig als Cardio- und Freizeitvergnügen verkannten Sportsgerät aus dem Studio: Der Kugelhantel (Kettlebell). Dass man damit auch richtig schweres Training gestalten kann ist eigentlich nicht erst seit den entsprechenden Strongman-Disziplinen bekannt – die werfen sich die Dinger auch gerne mal über den Kopf (“Weight for height”)…
Heute geht es um eine Adaption für das Kreuzhebe-Training, und schon im Video werdet Ihr erkennen welches Potential dahinter steckt. Die Bewegung selbst, die beteiligten Muskelschlingen und einiges darüber hinaus sorgen im Verlauf der Übung für heftigste Belastungen – und bei der Anordnung der Gewichtsscheiben ist da zunächst auch keine Grenze der Lasten nach oben zu befürchten. 5 Sätze zu 8 bis 12 Wiederholungen, und für den nächsten Muskelkater ist hinreichend gesorgt.
Vielleicht ja mal eine willkommene Alternative die zudem auch hervorragend zum überwinden von Plateaus oder Bewegungsschwächen geeignet scheint. – Darüber hatten wir ja schon des öfteren berichtet. Also: Einfach mal reinschauen und Anregung für eine kommende Einheit holen…
ÜberLaurence Shahlaei hatten wir schon des Öfteren berichtet, und es verwundert auch nicht dass es schon wieder brachiale Neuigkeiten von diesem Athleten gibt. Just am gestrigen Tag veröffentlichte er einen kurzen Trainingsmitschnitt den wir an dieser Stelle gerne weiterreichen. – Wenn auch nicht zum nachmachen geeignet: So kann das aussehen
Um was es geht? Schulterkraft, so die kurze Antwort. Seit jeher eine der bevorzugten Übungen dafür: Das Frontdrücken. – Und Laurence macht diese Übung eben Strongman-Style mit leichtem Schwung aus den Beinen. Schwungdrücken wird das im Gewichtheben wohl genannt und in jedem Fall sind wir in diesem Bezug auch nicht Technik- oder Namensfixiert sondern Lastbezogen.
Und da hat der Strongman wahrlich was zu bieten: Satte 200 Kilogramm die er da zur Hochstrecke bringt. – Das will erst mal stabilisiert und gestemmt werden! Also: Unbedingt mal ansehen und den eigenen Weg in Richtung Schwerkraft angehen… Es ist ein Unterschied ob man einen Weg nur kennt, oder ob man ihn beschreitet.
Es ist ja nicht eben unüblich dass wir uns auch mit Disziplinen außerhalb des reinen Kraftsports beschäftigen. MMA, Boxen, Ringen – alles schon mal dagewesen in unserem Blog. Heute richtet sich der Blick aber auf einen zutiefst faszinierenden Bereich für den der Begriff “Sport” an sich wohl eine Untertreibung darstellt: Sumo.
Das Besondere daran? Nun ja, vielleicht das typisch japanische daran – Die geistige Entwicklung und Reife die den Athleten mit steigendem Rang (und derlei gibt es wahrlich viele) unterstellt wird, vielleicht auch die unbedingte Hingabe dem eigenen Werden und Sein. Natürlich: Auch ein Weltklasse-Strongman, ein Elite-Powerlifter oder Mr. Olympia Sieger wird nicht ohne das notwendige unterordnen seines Lebens dem Sport gegenüber dorthin kommen; Und doch: So wirklich vergleichbar ist das alles mit der fernöstlichen Philosophie dann eben doch nicht.
Auf das Thema selbst sind wir übrigens durch eine fantastische Film-Doku des Senders Arte – deshalb ist der folgende Video auch nicht eben trivial, gibt Raum für eigene Gedanken und das Wirken der Bilder. – Zudem wird das Ganze zweisprachig mit Untertiteln serviert. Im Mittelpunkt: Der 18-jährige Takuya, der in Tokio eine hochrenommierte “Schule”, eine Talentschiede, für Ringer besucht. Ein Blick auf das Gemeinschaftliche dieses Sports, das Training, das Leben, Sieg und Niederlagen. – Hochinteressant anzusehen.